
Wir begeben uns in eine klangliche Wasserwelt. Aus einem Sprudeln, Wellen-brechen, Tropfen, Rauschen heraus entwickeln sich eigen komponierte Songs, nixenhafte Wassertänze wechseln mit rezitierten Wellentexten, münden in performative Sprech-Tanz-Bewegungssequenzen. Lichträume gehen auf, Wellenprojektionen ver- wandeln den Raum in eine Unterwasserwelt – in ein Schwimmbecken.
Das Geschehen kreist um uns herum, schwappt von einer Bühne zur nächsten. Wir folgen mit Augen und Körper, drehen uns auf den Bürostühlen um unsere eigene Achse und werden zur Publikumswelle, die der Bühnenaktion nachfolgt.
Dann baut sich die große Welle auf. Zuerst ist es ein harmloses Spiel mit großen blauen Tüten - ein Hineinspringen, Herantasten, lustvolles Wälzen zu Walgesängen. Es folgt ein Wasserballett, eine Frau geht ins Wasser. Wellenberge wachsen und wellen über die gesamte Bühnenfläche. Sind das tatsächlich nur knisternde Tüten, die wie Brandungswellen klingen? Aus der Brandung tauchen die Performer auf, sie marschieren auf uns zu, schieben La Ola (oder Tsunami?) vor sich her. Dann erfüllt das Tosen von Wellenbrechern den gesamten Raum. Die Bewegung löst sich auf – es bleibt Stille.
Idee/Konzept/Regie: [ jetzky : wedlich ] gefördert durch Projektförderung des Landes Baden-Württemberg
Tanz/Choreografie: Antje Jetzky, Gesang: Myra Pienaar, Stimme: Ulrike Götz, Komposition/Gitarre/Sound-Design: Ulrich Wedlich, Licht: Doris Schopf, Kostüme: Birgit Bella
Presse:
Jetzky und Wedlich gelingt, was oft scheitert: Tanz, Musik, Gesang, Theater und Sprache zu verbinden. Da wiegt sich Jetzky nixenartig durch die Lichtgänge zur Bühne, indes Wedlich melancholisch die Gitarre zupft und Myra Pienaar mit klarer Stimme englische Weisen intoniert... Folgerichtig geht es am Ende auch sehr handfest zu: Blaue Tüten werden zur großen welligen Raschel- und Rhythmus-Flut zusammengeknotet, in der sich dann alle suhlen.
Merke: Poesie und Humor schließen sich nicht aus.